{"id":32,"date":"2022-09-22T08:18:30","date_gmt":"2022-09-22T08:18:30","guid":{"rendered":"https:\/\/faire-milch.ch\/wordpress\/?page_id=32"},"modified":"2022-09-22T08:18:30","modified_gmt":"2022-09-22T08:18:30","slug":"unsere-positionen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/new.faire-milch.ch\/wordpress\/index.php\/unsere-positionen\/","title":{"rendered":"Unsere Positionen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Tatsachen kann man nicht ignorieren!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>Kostendeckung<\/strong><br>Nur wenn eine arbeitsaufw\u00e4ndige Produktion wie die Milchviehhaltung kostendeckend ist, wird sie auf lange Sicht bestehen bleiben k\u00f6nnen. Und darum k\u00e4mpft BIG-M f\u00fcr kostendeckende Milchpreise. Um kostendeckende Milchpreise am Markt erzielen zu k\u00f6nnen braucht der Milchmarkt Regelungen, welche einen fairen Markt sicherstellen damit die Milchproduzenten als gleichwertige Partner mitreden k\u00f6nnen. Fair ist der Markt dann, wenn die Milchproduzenten als gleichberechtigte Partner \u00fcber Menge und Preis verhandeln k\u00f6nnen. Davon sind wir in der Schweiz zurzeit weit weg!<br><br><strong>BIG-M zum Milchmarkt<\/strong><br>Fakten: Der Milchmarkt ist extrem asymmetrisch. 20 000 Schweizer Milchproduzenten stehen im wesentlichen 4 Grossmolkereien gegen\u00fcber, und diese haben zu 80 % zwei Grossverteiler als Abnehmer. Der einzelne Produzent ist beliebig austauschbar, seine Milch unterscheidet sich nicht von den anderen (sog Commodities)<br>Die Regeln im liberalisierten Michmarkt sind so gestellt, dass die Produzenten dieses Ungleichgewicht im Marktgeschehen niemals wettmachen k\u00f6nnen, da sie keinen Einfluss auf die Menge nehmen k\u00f6nnen. Sie haben lediglich die Wahl, das Lieferreglement ihrer Organisation zu akzeptieren oder die K\u00fche zu verkaufen.<br><em><strong>Forderung BIG-M:\u00a0<\/strong><\/em>Wir brauchen verbindlich geltende Milchkaufvertr\u00e4ge, welche den Verkauf der Milch zwischen Produzent und Erstmilchk\u00e4ufer detailliert regelt. Siehe auch unsere<a href=\"https:\/\/faire-milch.ch\/wordpress\/index.php\/2014\/12\/17\/resolution-fuer-einen-absatzorientierten-milchmarkt\/\" data-type=\"post\" data-id=\"164\"> Resolution vom Dezember 2014<\/a>.<br><br><strong>BIG-M zur Segmentierung des Milchmarktes<\/strong><br>Fakten: Die Branchenorganisation Milch BOM hat im November 2010 beschlossen, den Milchmarkt in A-, B- und C Milch zu segmentieren. Auch nach Jahren hat sie es aber immer noch nicht fertiggebracht , diesen Beschluss auch transparent und somit wirksam umzusetzen. Der Grund daf\u00fcr ist, dass die Milchk\u00e4ufer sich nicht mit festen Abmachungen mit den Produzenten zu sehr binden m\u00f6chten und jederzeit frei sein wollen, die Milch in das f\u00fcr sie gerade passende Segment zu liefern. Und alle Milch, ob A- , B- oder C -, hat ja die gleiche Qualit\u00e4t.<br><em><strong>Forderung BIG-M:<\/strong><\/em>\u00a0Die Segmentierung kann nur dann eine Erosion des A Preises verhindern, wenn auf Stufe Erstmilchkauf verbindliche Milchkaufvertr\u00e4ge mit den Produzenten gemacht werden.  <br><br><strong>BIG-M zur notwendigen Regulierung der produzierten Milchmenge<\/strong><br>Fakten: Seit der Abschaffung der Milchkontingentierung kann jeder Bauer soviel Milch produzieren wie er will. Einzelne Milchhandelsorganisationen haben urspr\u00fcnglich limitierte Milchmengen in ihren Lieferbedingungen festgeschrieben. Sie sind jedoch durch die Abwanderung von wachstumshungrigen Produzenten gezwungen worden Mengenmodelle anzubieten, mit denen alle ihre Mitglieder die M\u00f6glichkeit zur Ausdehnung der Menge haben.<br><strong>Meinung BIG-M :<\/strong> Die Mengen vertraglich sauber geregelt spart enorm viel Geld . Unterversorgung und \u00dcberschuss sind f\u00fcr die Molkereien ein kostspieliges Problem. Von einem klar geregelten Angebot w\u00fcrden alle Stufen des Marktes nur profitieren.<\/p>\n\n\n\n<p><br><strong>BIG-M zur Qualit\u00e4tsstrategie<\/strong><br>Fakten: In der Schweiz herrscht offiziell Einigkeit dar\u00fcber, dass unsere Agrarprodukte nur mit einer konsequenten Qualit\u00e4tsstrategie vermarktet werden sollen. Wir haben Produktionskosten, welche weit \u00fcber dem liegen, was die Kosten in anderen L\u00e4ndern betragen.<br>Meinung BIG-M: Unsere h\u00f6heren Kosten entstehen vor allem durch unseren sehr hohen Produktionsstandard. Das soll und muss so bleiben. Hier Verw\u00e4sserungen anzubringen, um die Kosten zu senken w\u00e4re falsch.<br><em><strong>Forderung BIG-M:\u00a0<\/strong><\/em>Die Vermarktung der Nahrungsmittel soll nach M\u00f6glichkeit nur in wertsch\u00f6pfungsstarken Segmenten erfolgen. Wie sollen die Verbraucher begreifen, dass wir sehr hohe Qualit\u00e4t produzieren, wenn diese Produkte zu einem Ramschpreis verh\u00f6kert werden? Das ruiniert das Image unserer Qualit\u00e4t!<br><br><strong>BIG-M zu den Vorschriften f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion<\/strong><br>Wir haben grunds\u00e4tzlich keine Einw\u00e4nde, dass die Gesellschaft ihre W\u00fcnsche, wie ihre Nahrungsmittel produziert werden sollen, auch \u00fcber Gesetze realisiert. Wir Bauern sind Teil dieser Gesellschaft. Was aber nicht geht ist, dass nicht \u00fcber die Konsequenzen dieser Vorschriften diskutiert wird. Die \u00f6kologische Produktion steht oft im Widerspruch zu Effizienzsteigerungen und Wettbewerb. Dieser Spagat macht den Bauern am meisten zu schaffen.<br><em><strong>Forderung BIG-M:<\/strong><\/em><br>Bei der Ausarbeitung der Rahmenbedingungen f\u00fcr die Produktion m\u00fcssen die Bauern als gleichberechtigte Partner mitreden k\u00f6nnen. Die zus\u00e4tzlichen Kostensteigerungen m\u00fcssen erhoben werden und es muss klar festgelegt werden, wie diese abgegolten werden sollen.<br><strong><br>BIG-M zum Grenzschutz<\/strong><br>Fakten: Der Milchmarkt wird immer weiter ge\u00f6ffnet (K\u00e4sefreihandel EU), doch es gibt immer noch einen Grenzschutz f\u00fcr Frischmilchprodukte.<strong><br>Meinung BIG-M:<\/strong>\u00a0 Ohne Grenzschutz wird die b\u00e4uerliche Milchproduktion in der Schweiz, aber auch in Europa verschwinden oder verkommt zu einer Nischenproduktion. Da hilft alle Qualit\u00e4t nichts mehr. In offenen M\u00e4rkten spielt der Wettbewerb haupts\u00e4chlich \u00fcber den Preis. Und hier sind wir Schweizer Milchbauern chancenlos.<br>\u00dcbrigens: Die b\u00e4uerliche Milchviehhaltung in der Schweiz ist Teil einer ( Agri ) Kultur und d\u00fcrfte darum laut WTO auch gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><br>BIG-M zu den Direktzahlungen<\/strong><br>Fakten<strong>:\u00a0<\/strong>Urspr\u00fcnglich wurden die Direktzahlungen in den 90iger Jahren eingef\u00fchrt, um den Bauern die Verluste, welche sie durch die Preissenkungen bei Markt\u00f6ffnungen erfahren, auszugleichen. Die Bauern akzeptierten diesen Mechanismus. Dieser \u00e4nderte aber sehr schnell. Die DZ wurden immer mehr an kontinuierlich steigende Auflagen bei der Produktion gebunden. In der Politik und von den Produkteabnehmern werden diese aber immer noch als Subventionen betitelt. Und sie dienten weiterhin als Argument, um Preise zu senken. ZB wurde 2009 der Milchpreis um 6 Rappen gesenkt, als die Rauhfutterbeitr\u00e4ge pro Grossvieheinheit (GVE) eingef\u00fchrt worden sind. 2014 fielen diese Beitr\u00e4ge in der AP 14\/17 zwar wieder weg, aber der Milchpreis stieg nicht mehr an.<br><strong>AP14\/17:\u00a0<\/strong>Die Verschiebung von zig Millionen vom Tal ins Berggebiet mit der AP 14\/17 ist f\u00fcr BIG-M kein grunds\u00e4tzliches Problem.  Mit den unfairen Spielregeln am Milchmarkt werden im Tal jedoch auch leistungsf\u00e4hige b\u00e4uerliche Milchwirtschaftsbetriebe auf lange Sicht keine Chance mehr haben, in der Milchwirtschaft ein Auskommen zu erzielen. Dazu m\u00fcsste der Preis deutlich steigen. Aber auch im Berggebiet merken die jungen Bauern, dass man mit viel weniger Arbeit an die Direktzahlungsmodelle kommen kann, ohne daf\u00fcr &#8211; billige &#8211; Milch produzieren zu m\u00fcssen.<br><strong>BIG-M Grundsatz: <\/strong>Direktzahlungen sind unverzichtbar, um (klimatische, topografische) Produktionsnachteile auszugleichen und um spezielle, von der Gesellschaft gew\u00fcnschten Massnahmen zu entsch\u00e4digen. Sie sollen aber fair verteilt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tatsachen kann man nicht ignorieren! KostendeckungNur wenn eine arbeitsaufw\u00e4ndige Produktion wie die Milchviehhaltung kostendeckend ist, wird sie auf lange Sicht bestehen bleiben k\u00f6nnen. Und darum k\u00e4mpft BIG-M f\u00fcr kostendeckende Milchpreise. 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