{"id":259,"date":"2018-12-28T06:37:00","date_gmt":"2018-12-28T06:37:00","guid":{"rendered":"https:\/\/faire-milch.ch\/wordpress\/?p=259"},"modified":"2022-09-22T15:58:28","modified_gmt":"2022-09-22T15:58:28","slug":"die-lage-der-milchbauern-zum-jahreswechsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/new.faire-milch.ch\/wordpress\/index.php\/2018\/12\/28\/die-lage-der-milchbauern-zum-jahreswechsel\/","title":{"rendered":"Die Lage der Milchbauern zum Jahreswechsel"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Uneinigkeit der Schweizer Milchbauern hat einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht: Im Thurgau fordern 60 Bauern ihre \u00fcber Jahre unfreiwillig entrichteten Verbandsabgaben zur\u00fcck. Der Thurgauer Milchproduzentenverband soll 2 Millionen zur\u00fcckzahlen. Dieses Beispiel steht stellvertretend f\u00fcr die Situation bei den Milchproduzenten. Landauf landab schimpfen die Milchbauern \u00fcber ihre Verbandsvertretungen. Und die, die nicht schimpfen bleiben Milchverbandsversammlungen fern. Dies ist die logische Konsequenz ihrer Ohnmacht im Milchmarkt.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Milchverb\u00e4nde haben immer noch nicht realisiert, dass seit 2009 ein neues Zeitalter angebrochen ist. Fr\u00fcher war es ja so, dass im Haus der Dachorganisation SMP an der Weststrasse in Bern regelm\u00e4ssig Besprechungen mit Vertretern der gesamten Wertsch\u00f6pfungskette Milch stattfanden. Dabei wurden anstehende Probleme im Milchmarkt diskutiert (Grenzschutz, \u00dcbersch\u00fcsse etc.). Man erarbeitete gemeinsam L\u00f6sungen, wie diese Probleme gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Dann ging man mit der gefundenen L\u00f6sung zur Politik und stellte die gefundene L\u00f6sung vor. In der Regel wurde diese dann auch umgesetzt. Die Politik war ja von 1976 bis 2009 f\u00fcr die Milchkontingente und damit die Milchmenge verantwortlich. Das ist heute Geschichte. Die Politik hat sich aus der Verantwortung zur\u00fcckgezogen. Das bedeutet, dass heute ganz andere L\u00f6sungen innerhalb der Branche gefunden und umgesetzt werden m\u00fcssen. Und es bedeutet aber auch, dass sich unsere Dachorganisation SMP &#8211; wie eine Gewerkschaft f\u00fcr die Arbeiter &#8211; f\u00fcr die Interessen der Milchviehbetriebe und nicht mehr f\u00fcr die Interessen der gesamten Milchbranche einsetzen muss. Dass diese &#8222;Umstellung&#8220; bis heute noch nicht passiert ist zeigt exemplarisch die Nachfolgel\u00f6sung des Schoggigesetzes. BIG-M bezweifelt sehr, dass es sich bei dieser &#8222;L\u00f6sung&#8220; f\u00fcr die Milchbauern wirklich um ein &#8222;Nullsummenspiel&#8220; handelt, wie der SMP uns weismachen will. Die Speisung des &#8222;Fonds Rohstoffverbilligung&#8220; ist zwar geregelt, aber es stehen noch weitere Forderungen der Nahrungsmittelindustrie im Raum, welche noch nicht vom Tisch sind. Kommt dazu, dass die Industrie mit dem vereinfachten Veredelungsverkehr ein neues Druckmittel in die H\u00e4nden bekommen hat, welchem die Milchproduzenten nichts entgegenzusetzen haben. Und die Butterhersteller wollen nat\u00fcrlich den Topf f\u00fcr den Butterexport auch leeren, da muss man sich keine Illusionen machen. Die n\u00e4chsten Monate werden zeigen, wie diese Auseinandersetzung ausgeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Der SMP sollte sich endlich klar werden, was denn die Interessen der Schweizer Milchbauern sind. Die Milchviehbetriebe brauchen Rahmenbedingungen und einen Milchpreis, welcher ihnen eine Perspektive bietet, um wieder in die Milchproduktion zu investieren. Hauptsache viel Milch produzieren egal zu welchem Preis ist vorbei. 10 Jahre am Markt vorbei zu produzieren sind genug! Solange die Milchbauern aber Lieferbedingungen akzeptieren m\u00fcssen, welche sie zwingen, \u00fcbersch\u00fcssige Milch zu einem tieferen Preis abzuliefern, werden sie im Milchmarkt nie marktkonform produzieren k\u00f6nnen. In der Gesellschaft besteht f\u00fcr diese \u00dcberschussproduktion keine Akzeptanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Das wird sich erst \u00e4ndern, wenn wir Milchbauern sagen k\u00f6nnen: &#8222;Ich verzichte auf die Milchmenge, welche \u00fcbersch\u00fcssig ist und f\u00fcr die mir nicht einmal 40 Rappen bezahlt werden.&#8220; So kann auch die Preisdr\u00fcckerei nicht ins endlose getrieben werden. Wir alle wissen, dass wir diese M\u00f6glichkeit zu verzichten bis heute nicht haben. In der Branche wird einfach weggeschaut, wie \u00fcbersch\u00fcssige Milch als B Milch abgerechnet wird und dann im Ausland verramscht wird, denn auch an diesem &#8222;Gesch\u00e4ft&#8220; verdienen die Milchh\u00e4ndler und die Verarbeiter noch. Und solange die SMP eine vern\u00fcnftige Mengensteuerung politisch torpediert wird sich daran wenig \u00e4ndern. BIG-M hat sich deshalb f\u00fcr 2019 zum Ziel gesetzt, dass uns Milchbauern endlich die M\u00f6glichkeit geben wird, auf \u00fcbersch\u00fcssige Milchmengen zu verzichten. Das ist ein Gebot der Vernunft!<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr das Neue Jahr w\u00fcnschen wir allen unseren Mitstreitern viel Kraft, Gesundheit und viel Erfolg in Haus und Hof<\/p>\n\n\n\n<p>Mit k\u00e4mpferischen Gr\u00fcssen&nbsp;<br>BIG-M<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Uneinigkeit der Schweizer Milchbauern hat einen neuen H\u00f6hepunkt erreicht: Im Thurgau fordern 60 Bauern ihre \u00fcber Jahre unfreiwillig entrichteten Verbandsabgaben zur\u00fcck. Der Thurgauer Milchproduzentenverband soll 2 Millionen zur\u00fcckzahlen. Dieses Beispiel steht stellvertretend f\u00fcr die Situation bei den Milchproduzenten. 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