Ausgeliefert!

Heute ist ein historisches Jubiläum: Vor genau 10 Jahren, am 1.4.2015 war die Zeit der Milchquote in der EU vorbei. Von da an durfte jeder Bauer soviel Milch produzieren, wie er wollte. An diesem Tag demonstrierte das European Milkboard in Brüssel mit einer symbolischen Aktion: Die Fahnen der EU Länder wurden heruntergeholt und an den Masten wurden die Logos von Nestlé, Campina, Arla, Laktalis usw. aufgezogen. An diesem Tag haben die Länder ihre Möglichkeiten aufgegeben, aktiv den Milchmarkt mit zu gestalten. Seither bestimmen die Milchkonzerne, wie der Hase läuft.

Diese Umorientierung hatte gravierende Folgen: Der Milchpreis ist stetig unter Druck. Wer in einer ungünstigen Region Milchkühe hält, wird aus dem Markt gedrängt. Eine Umgestaltung hin zu einer nachhaltigeren Milchproduktion ist unter diesem Druck unmöglich. Die jungen Bäuerinnen und Bauern sehen in der Milchproduktion keine Zukunft.

Das Resultat dieser 10 Jahre ist selbst für die EU Kommission äusserst beunruhigend: Das Durchschnittsalter der Milchbauern ist auf 58 Jahre gestiegen. Nur noch 15% der Bauern sind jünger als 45 Jahre. Es fehlt schlicht an jungen Nachfolgern, welche gewillt sind, in diese arbeitsintensive Produktion einzusteigen, bei der man nie weiss, wann die nächste Milchpreissenkung kommt. Denn eines hat sich in den letzten 10 Jahren gründlich geändert: Sämtliche Risiken im heutigen Milchmarkt werden auf die Bäuerinnen und Bauern allein abgewälzt. Sie haben weder zur Menge noch zum Preis etwas zu sagen. Wie lange schaut da die Politik noch zu?

Mit kämpferischen Grüssen BIG-M

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