Die flächendeckende Schweizer Milchproduktion ist in Gefahr!

An der gestrigen Jahresversammlung der bäuerlichen IG für fairen Milchmarkt BIG-M war die Milchkrise das grosse Hauptthema. Grosse Sorgen macht den Versammlungsteilnehmern, dass die verschiedenen bäuerlichen Milchverkaufsorganisationen untereinander äusserst zerstritten sind. So wird uns die Milchkrise noch lange erhalten bleiben. Für uns ist aber klar: Wenn wir ein Überschussproblem am Milchmarkt haben, dann sind es allein die Produzentinnen und Produzenten, welche dieses Problem gemeinsam lösen müssen. An der BIG-M Versammlung vom 29.6. wurde darum eine Resolution (siehe Anhang) verabschiedet, in welcher die verschiedenen Organisationen aufgefordert werden, ihre Eigeninteressen zugunsten einer Gesamtlösung hintenanzustellen.

Resolution BIG-M GV vom 29. Juni 2026:

An der BIG-M Jahresversammlung vom 29. Juni 2026 fordern die Anwesenden die Schweizer Milchproduzenten SMP auf, eine gemeinsame Lösung zur Verhinderung von Überschusssituationen zu erarbeiten. Eigeninteressen der unterschiedlichen Mitgliedsorganisationen müssen zugunsten einer nationalen Lösung zurückgestellt werden.

Die Milchkrise bedroht die flächendeckende Milchproduktion in einem noch nie dagewesenen Masse. In grossen Regionen müssen Produzenten extrem tiefe Milchpreise akzeptieren, während der Milchpreis bei anderen Kollegen fast 30 Rappen höher liegt. Diese Krise hat zu einer tiefgreifenden Entsolidarisierung unter den Milchproduzenten geführt. Jede Organisation schaut nur noch für sich. Unter solchen Voraussetzungen verlieren alle Milchproduzenten. Krisen kann man nur lösen, wenn alle gemeinsam am selben Strick in die gleiche Richtung ziehen.

Die Versammlung fordert daher die Verantwortlichen der verschiedenen Milchorganisationen auf, die aufgerissenen Gräben zu überwinden und im SMP eine Lösung zu erarbeiten, welche zukünftige Überschusssituationen wirksam verhindert.

Die unnötige Krise

Worauf wartet der SMP?

Die Milchkrise führt bei vielen Bäuerinnen und Bauern zu schlaflosen Nächten. Eine solidarische Lösung, welche von allen Milchproduzenten gemeinsam getragen wird, ist nicht in Sicht. Immer lauter kommt deshalb die Forderung nach einem Mengenmanagement oder einer Mengensteuerung auf. Sobald diese Wörter ausgesprochen werden wird von den Gegnern der Begriff ‚Milchkontingentierung‘ entgegengehalten. Völlig zu Unrecht!

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Altbekannte Probleme im Milchmarkt endlich lösen!

BIG-M blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Kaum konnten die Probleme mit der Blauzungenkrankheit einigermassen überwunden werden, lief der Milchmarkt europaweit aus dem Ruder. Der damit losgetretene Milchpreisrückgang zeigt einmal mehr, dass das fehlende Mengenmanagement immer wieder zu solchen, für die Landwirtschaft desaströsen Preiszusammenbrüchen führt. Im kommenden Jahr wird BIG-M deshalb den Druck verstärken, damit die Milchbranche dieses Thema nach 20 Jahren Ignoranz nun endlich angeht. Uns ist bewusst, dass weder der Handel, noch die Verarbeitung noch die Grossverteiler ein Interesse an einer marktkonformen Milchmenge haben, denn gerade die Überschusssituationen degradieren die Produzenten zu reinen Restgeldempfängern, also Bittstellern.

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Fromarte leugnet Fakten zum Käsefreihandel

Die von BIG-M in Auftrag gegebene Studie zum Käsefreihandel hat die unbequeme Wahrheit ans Licht gebracht: Dieser Freihandel ist ein Fiasko für die Schweizer Milchproduktion. Der permanent vorhandene Preisdruck verhindert einen eigenständigen Schweizer Weg hin zu einer nachhaltigeren Milchproduktion. Dass nun ab Februar 2026 der Milchpreis um 4 Rappen gesenkt wurde spricht Bände. Was nützen hier noch all die Programme wie „Grüner Teppich“, „ Klimastar“ usw.???

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Fragwürdiger Erfolg vom Käsefreihandel mit der EU

Seit 2007 gilt der Käsefreihandel mit der EU. Bis heute wird diese Liberalisierung von Politik und Wirtschaft als Erfolgsgeschichte kommuniziert. Warum moniert dann die Milchbranche, dass der teilliberalisierte Milchmarkt ein grosses Problem darstellt? Um Klarheit zu schaffen hat BIG-M Prof. Mathias Binswanger von der FHNW mit einer Studie zum Käsefreihandel mit der EU beauftragt.

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Hauptproblem im Milchmarkt immer noch ungelöst

Im Schweizer Milchmarkt herrscht grosse Unsicherheit: Für den Käseexport werden wegen dem Zolldiktat der USA sinkende Zahlen erwartet. Wohin mit der Milch, welche nicht mehr über diesen Kanal vermarktet werden kann? Mit grosser Sorge nimmt BIG-M den Beschluss der BOM zur Kenntnis, diese Milchmengen in Form von Butter im Ausland zu entsorgen. Es sind zu viele Fragen offen:

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Hüben wie drüben

Von einem höheren Milchpreis in der EU profitieren auch Schweizer Milchproduzenten

Der Milchpreis in der Schweiz liegt nach wie vor deutlich unter den Produktionskosten. Der Käsefreihandel mit der EU schwebt wie ein Drachen über dem einheimischen Milchmarkt. Der Lebensmittelhandel nutzt das gnadenlos aus: Entweder ihr liefert den Frischkäse zu einem tiefen Preis oder wir importieren ihn. Die Form der Milcherzeugung interessiert dabei nicht. Da interessiert einzig der Profit. Aus dieser Zwickmühle herauszukommen ist schwierig.

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Handeln alle Genossenschaften noch im Interesse ihrer Mitglieder?


Landauf landab gibt es tausende von Genossenschaften . Sie unterhalten Flurwegnetze, Alpweiden, Wasserversorgung, sie kaufen und benutzen gemeinsam Maschinen, bauen gemeinsam, oder kaufen gemeinsam ein. Sie praktizieren den ursprünglichen Genossenschaftsgedanken. Jede Stimme wird respektiert.

Es gibt aber auch Genossenschaften, welche derart gross sind, dass die Frage gestellt werden muss, ob diese die Interessen der einzelnen Mitglieder noch wahrnehmen können. So z.B. die beiden Molkereiriesen Arla und DMK. Diese zwei wollen jetzt fusionieren. Der neue Molkereigigant wird einen Umsatz von 19 Milliarden ausweisen. Hat hier der einzelne Milchproduzent noch etwas zu sagen und agieren solche Riesen noch im Interesse der „Besitzer“?

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