Die Branche soll entscheiden – aber nur die Bauern bluten

Die SMP wollen die Massnahmen zur Stabilisierung des Milchmarktes der BOM überlassen, da man «als Branche Lösungen finden will». In der jüngsten Medienmitteilung der BOM ist nun zu lesen, dass am 2. Juli 2026 die Kommission «Marktanalyse Milchbranche und Massnahmen» ihre Arbeit aufgenommen hat. Für BIG-M unverständlich, dass dies nicht schon vor Monaten geschehen war. Weiter ist der Medienmitteilung zu entnehmen, dass bereits ab Herbst wieder mit Milchüberschüssen zu rechnen ist. Die aktuelle Hitzeperjode weist zwar nicht in diese Richtung, aber zuwenig und zuviel liegen nahe beieinander.

Die neue Kommission hat erkannt, dass es eine verbesserte Nutzung der Verarbeitungskapazitäten braucht und alle Möglichkeiten gegen den Importdruck ausgeschöpft werden sollten. Im Zentrum steht aber klar die Reduktion der Milchproduktion. Und diese Massnahme kann allein von den Produzenten umgesetzt werden. Aber wie?

Dass aus einer Kommission mit diesen Vertretern ausgewogene Vorschläge zu einer ausgeglichenen Marktsituation kommen, ist nicht zu erwarten, denn bei Überschüssen bluten ja einseitig nur die Bauern. BIG-M hat sich daher einige Vorschläge überlegt, wie auch die nachgelagerten Stufen zur Verbesserung der Situation auf dem Milchmarkt beitragen könnten:

– Keine Aktionen auf Importprodukten: Zur Entlastung des Schweizer Milchmarktes sollten sämtliche Aktionen auf importierten Milchprodukten umgehend gestoppt werden. Dies verringert die Preisdifferenz zwischen inländischen und ausländischen Produkten.

– Marktabzug auf Importen: Die Bauern kennen solche Abzüge bereits zur Genüge. Nun könnten auch mal die Detailhändler einen Abzug auf ihrer Marge beim Verkauf von Importprodukten machen und diesen Betrag in einen Fonds einzahlen. Dadurch würden sich die Importprodukte verteuern und zugleich käme Geld zusammen, um den Markt zu entlasten.

– Wahlfreiheit für den Konsumenten: Die viel gelobte Wahlfreiheit des Konsumenten sollte endlich auch bei unserer Milch gelten. Jeder Konsument sollte die Chance erhalten, beim Kauf eines Milchproduktes einen kostendeckenden Preis für den Landwirten bezahlen zu können. Was bei exotischen Früchten längst Standard ist, soll auch im Milchmarkt zum Standard werden: Ein Fair-Trade-Label , nun auch für Milchprodukte. Am Schluss entscheidet der Konsument, was er kaufen will.

– Fondsbeiträge nur noch bei Bekenntnis zur Schweizer Milch: Wer Beiträge aus dem Fonds Rohstoffverbilligung bezieht verpflichtet sich (als Verarbeiter bzw. Konzern) in den darauf folgenden 24 Monaten keinen Veredelungsverkehr zu tätigen. Ansonsten sind sämtliche Beiträge, welche in den 24 Monaten davor bezogen wurden, zurück zu erstatten. Wer von Schweizer Fonds Geldern profitiert, soll auch Schweizer Rohstoffe in seine Produktionsplanung miteinbeziehen!

BIG-M macht sich keine Illusionen. Die Verarbeiter und Detailhändler werden sich gegen alle Massnahmen mit Händen und Füssen wehren, die darauf hinauslaufen, dass sie ihren Beitrag zur Beendigung der Milchkrise leisten müssen. In einer Überschusskrise haben sie alle Vorteile auf ihrer Seite.

Nun kann die BOM beweisen, dass sie nicht nur für die Verarbeiter und Detailhändler schaut, sondern dass auch die Milchproduzenten endlich ihren Anteil an der Wertschöpfung bekommen. BIG-M befürchtet aber, dass die Zusammensetzung der BOM eine faire Lösung verweigert.  Der SMP sei geraten, sich schon mal auf einen Plan B vorzubereiten.

Mit kämpferischen Grüssen BIG-M

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