Jahrelang wurde mit dem Butterberg der tiefe Milchpreis gerechtfertigt. Inzwischen ist aus dem Butterberg ein Butterloch geworden. Die saisonbedingten Butterlager sind rund 2000 Tonnen tiefer als vor einem Jahr. Und schon vergangenes Jahr reichten die Butterlager ja nicht bis Ende Jahr. Das heisst, dass in diesem Jahr mindestens 2000 Tonnen Butter zusätzlich importiert werden. Das bedeutet, dass 40’000 Tonnen Milch nach wie vor im billigen B Segment verramscht werden statt sie im A Segment zu verarbeiten und zu verkaufen. Das sind rund 10 Millionen Franken, welche den Schweizer Milchproduzenten an Wertschöpfung verloren gehen.
„Vom Butterberg zum Butterloch“ weiterlesenParlament setzt klares Zeichen – rasche Umsetzung nötig
Mit 185 zu 0 Stimmen hat nun auch der Nationalrat gestern beschlossen, dass die Lieferung von B-Milch inskünftig freiwillig sein muss. BIG-M nimmt diesen eindeutigen Entscheid mit grosser Freude und Genugtuung zur Kenntnis. Der Bundesrat war dagegen. Er verteidigte die Lieferpflicht. Da verliess er sich wohl zu sehr auf seine „Fachleute“ im Bundesamt für Landwirtschaft. Das schon fast historische Abstimmungsergebnis im Parlament ist ein klarer Wink mit dem Zaunpfahl. Der Parlamentsentscheid sollte aber auch der Branchenorganisation Milch BOM zu denken geben. Diese hat es bis zum heutigen Tag nicht fertig gebracht, einen Standardmilchkaufvertrag so umzusetzen, wie es das Landwirtschaftsgesetz vorgesehen hat. Für diese Organisation galt nur eines: Marktanteile halten um jeden Preis!
„Parlament setzt klares Zeichen – rasche Umsetzung nötig“ weiterlesenDie Schweizer Milchproduzenten feiern sich
Die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten SMP kämpft um seine Berechtigung. In seinem Jahresrückblick feiert er seine Erfolge mit dem grünen Teppich, welcher ja ab September gilt und für A Milch einen Preisaufschlag von 3 Rappen pro Kilo bedeuten würde. Sie schreiben:“ Seit Einführung des grünen Teppichs liegt der A-Preis 4 Rappen über dem Vorjahr, während er in der ersten Jahreshälfte noch 2 Rappen unter dem Vorjahr lag.“
„Die Schweizer Milchproduzenten feiern sich“ weiterlesenEin weiteres verlorenes Milchjahr
Das Bauernjahr 2019 geht zu Ende. Zeitungsredakteure und Verbandsfunktionäre resümierten in den vergangenen Tagen in wohlformulierten Kommentaren die Situation: Es war ein schwieriges Jahr, im nächsten Jahr droht Ungemach in Form von Volksbegehren. Für die Schweizer Milchbäuerinnen und Milchbauern ist das vergangene Jahr ein Jahr zum abhaken: Für sie ist der Rückblick ernüchternd: Weiterhin schliessen täglich drei Milchviehbetriebe ihre Stalltüren für immer. Seit Jahren sinkt der Kuhbestand kontinuierlich und seit jüngster Zeit geht auch die produzierte Milchmenge zurück. Das Minus von 20 Milchkühen pro Tag können die verbleibenden Betriebe nicht mehr mit einer Leistungssteigerung wettmachen. Als Folge davon hat im Herbst der Milchpreis ein bisschen angezogen. Branchenvertreter behaupten, dass dieses Plus der Umsetzung des grünen Teppichs zu verdanken sei. Marktanalysten sehen diesen leichten Anstieg aber eher als Folge des zunehmenden Milchrückgangs.
„Ein weiteres verlorenes Milchjahr“ weiterlesenZuwenig Milch – doch der Milchpreis sinkt!
Wieder einmal müssen die Milchbäuerinnen und Milchbauern eine bittere Pille schlucken. Die Migros verkauft Importbutter wegen «Rohstoffmangel», wie sie auf der Packung deklariert.Wer nun glaubt, dass dieser Milchmangel zu einem besseren Milchpreis führt irrt sich: Für die meisten Milchbäuerinnen und Milchbauern steigt im Dezember der Milchpreis nicht – sondern er sinkt sogar noch!!! Und alle reden immer vom Markt! Spätestens jetzt ist bewiesen, dass man permanent versucht uns für dumm zu verkaufen.
„Zuwenig Milch – doch der Milchpreis sinkt!“ weiterlesenFaires Kochen
Für einmal macht BIG-M Werbung : Soeben ist ein Buch erschienen, welches das Kochen mit Milchprodukten zum Inhalt hat. Es beinhaltet alte, traditionelle Rezepte aus sieben europäischen Ländern. Und zwar aus denjenigen Ländern, wo fair bezahlte und diesbezüglich mit dem EMB Logo für faire Milch gekennzeichnete Produkte im Verkauf sind. Zu diesen Ländern gehört neben Österreich, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Belgien und Italien auch die Schweiz. Autorin ist die Luxemburger Bäuerin Berthe Elsen-Melkert. Bereits ihr erstes Buch, in welchem sie nur Luxemburgische Rezepte beschrieben hat, war ein Verkaufserfolg.
„Faires Kochen“ weiterlesenPolitisches Engagement fordert
In den kommenden Monaten werden die Weichen für die Landwirtschaft in der Schweiz neu gestellt: Die Sieger der Parlamentswahlen, die Grünen und die Grünliberalen, haben angekündigt, dass sie in Sachen Umwelt und Klimapolitik konkrete Ergebnisse anstreben. Dies wird sich auch in der Ausgestaltung der Agrarpolitik 22+ niederschlagen. Zudem stehen in absehbarer Zeit Volksabstimmungen über ein generelles Pestizidverbot und ein Verbot der Massentierhaltung an.
„Politisches Engagement fordert“ weiterlesenPropaganda für aktuelle Agrarpolitik?
Die Forschungsanstalt Agroscope hat diese Woche die neusten Auswertungen der landwirtschaftlichen Buchhaltungen kommuniziert. Auch dieses Jahr tönte dieser Bericht verdächtig nach einem Werbespot für die Agrarpolitik des BLW! Die Einkommen sind gegenüber dem letzten Jahr gestiegen, heisst es. Doch genau das stimmt nur zum Teil. Bei den Milchproduzenten ist das nämlich in weiten Bereichen nicht der Fall, das Aushängeschild der Schweizer Landwirt gehört je länger je mehr zu der am schlechtesten verdienendsten Sparte.
„Propaganda für aktuelle Agrarpolitik?“ weiterlesenEndlich Ordnung im Milchmarkt!?
Morgenröte für die Milchbäuerinnen und Milchbauern: Die Lager an Magermilchpulver, welches in den Jahren 2015 bis 2017 während der Milchkrise in der EU eingelagert worden ist, sind leer. Während mehr als zwei Jahren hat das Räumen dieser enormen Lager auf der ganzen Welt einen Milchpreisanstieg verhindert. Als Folge des schlechten Milchpreises und des Hitzesommers sind in der Schweiz seit Oktober 2018 die Milcheinlieferungen deutlich unter dem Vorjahr. Für Stefan Kohler, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch BOM sind nun die Voraussetzungen gegeben, dass in der Schweiz der Milchpreis steigen kann. Jetzt wäre der richtige Moment, denn Mitte bis Ende Juni gehen zehntausende von Kühen auf die Alpen, wo ihre Milch zu Alpkäse verarbeitet wird. Die produzierte Milchmenge ist daher in den Sommermonaten eher knapp.
Beim Käse wird gerne reguliert, nur bei der Milch nicht…
Der Käsemarkt lässt sich grob in 3 Segmente teilen:
1. Das Qualitätssegment. Hier sind jene Käsesorten, bei welchen eine klare Mengeregulierung angewandt wird: Nur soviel produzieren wie man verkaufen kann. Sofern diese Sorten nicht durch billige Schweizer Imitate (Wie beim Emmentaler mit dem Switzerland Swiss) kanibalisiert werden, bleibt die Wertschöpfung hier für alle Beteiligten gut.